Wir danken hiermit nochmals allen, die uns in irgendeiner Weise
mitgeholfen haben, unsere märchenhafte Hochzeitsreise zu
ermöglichen, und wünschen viel Spass beim Durchsehen der Bilder!
Belinda & Andrei
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Am 15. Januar ist es soweit: Endlich fliegen wir unserem
heissersehnten Honeymoon entgegen...
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Zunächst nach Helsinki, wo wir in einer alten Lagerhalle im
Ziegelbaustil übernachten, welche allerdings in ein dementsprechend
spezielles Hotel umfunktioniert wurde. |
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In Helsinki fühlen wir uns sofort sehr wohl - vermutlich nicht
zuletzt, weil wir hier auf eine sehr angenehme Synthese von
schweizerischem Lebensstandard und russischem Flair stossen.
Besonders angetan hat es uns das hübsche, typisch russisch-kitschige
und auch kulinarisch sehr empfehlenswerte Restaurant "Babushka
Ira", wo man tatsächlich "nach Grossmutter Art"
bewirtet wird. |

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Auch die Architektur der Stadt ist stark russisch geprägt, was
historisch bedingt ist: Von 1808 bis 1918 war Finnland nämlich als
unabhängiges Fürstentum Teil des russischen Zarentums. Viele
insbesondere öffentliche Gebäude (Universität, Verwaltung,
Kirchen) wurden gerade in dieser Zeit gebaut, oft nach Petersburger
Vorbild. |

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Beim Spaziergang durch die Innenstadt kann man aber auch
sonst viele schmucke und schöne Bauten bewundern, wie z.b. das
legendäre Cafe Kappeli.
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Etwas besonderes ist die Felsenkirche. Sie steht auf einer
leichten Anhöhe und ist in den Fels hinein gebrochen. Die Akkustik
soll hier besonders gut sein, aber leider gab es während unserem
kurzen Aufenthalt kein Konzert hier, weshalb wir mit einem Konzert
in der Finlandia Hall vorliebnehmen mussten, in welcher die Grьndungsakte der OSZE unterzeichnet wurde.
Dort durften wir dafür
nach einem eher langweilig gespielten Klavierkonzert von Tchaikowsky
ein interessantes modernes Werk von einem hiesigen Komponisten
geniessen (der Name ist uns leider entfallen, resp. wir konnten ihn
uns von Anfang an nicht merken...). |

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Sozusagen der Höhepunkt unseres Helsinki-Aufenthalts war der
ganztägige Ausflug auf die Festungsinseln Suomenlinna. Spektakulär
für uns natürlich schon die Überfahrt mit einem kleinen
Eisbrecher, denn das Meer ist zu dieser Jahreszeit bis weit hinaus
gefroren oder doch mindestens mit ziemlich zähem Eis- und
Schneematsch bedeckt. |

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Hier kann man diese riesige Befestigungsanlage, welche die
Schweden in der Mitte des 18. Jahrhunderts zum Schutz gegen die
Russen (vor der russischen Zeit gehörte Finnland zum Schwedischen
Königreich) angefangen hatten zu bauen, in der Vogelperspektive
betrachten. Die Anlagen sind so gross und in so hervorragendem
Zustand, dass wir den ganzen Tag damit verbrachten, diese 3 Inseln
zu erkunden, ohne dass uns auch nur eine Sekunde langweilig
wurde. |

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Gleich zu Beginn der Hauptinsel trifft man auf eine ganze
Häuserreihe im russischen Stil. Hier wohnten zu Zeiten russische
Kaufleute. Die Festung spielte lange vor Helsinki selber eine
wichtige Rolle, nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch im
wirtschaftlichen und kulturellen - es war eine Stadt für sich. Aber
auch heute leben noch ca. 900 Menschen auf diesen Inseln, zudem befinden sich hier eine
Marineschule und eine Arbeitskolonie... |

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Hier ein altes U-Boot, welches im Sommer besichtigt werden kann
(bei unserem Besuch sind wir fast die einzigen Touristen hier,
deshalb ist vieles geschlossen...). Es stammt aus den 30-er Jahren
und wurde seinerzeit zur Aufklärung eingesetzt.
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Blick von der einen Insel über die Brücke zur Hauptinsel, wo man
eine Kirche erkennen kann. Sie wurde ursprünglich von den Russen im
Stil der russisch-orthodoxen Kirchen mit 5 goldenen Kuppeln gebaut,
wurde nach der russischen Ära jedoch zur lutheranischen Kirche
(Hauptreligion der Finnen) umgebaut, resp. dementsprechend
"abgespeckt" - schade... |
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Wir untersuchten natürlich auch die vielen Bunker und zahlreichen
Gänge in den tadellos erhaltenen Festungsmauern - tatsächlich war
es hier stockdunkel... |
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Gegen Abend bot uns dann der Blick Richtung Helsinki einen
atemberaubenden Anblick: die riesigen Schiffe im Hafen, die
winterliche Abendstimmung, das gefrorene Meer und der Dom am
Horizont, das Wahrzeichen von Helsinki. |

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In Helsinki gäbe es tatsächlich noch vieles zu entdecken, doch
unsere Zeit ist knapp, so geht es am 18. Januar weiter in den hohen
Norden: Ankunft in Ivalo, nördlichster Flughafen der Finnair, ca.
170 km nördlich des Polarkreises - die Sonne scheint hier um 13 Uhr
gerade untergegangen zu sein... Von hier aus fahren wir mit einem
Bus ca. 40 Min. zu unserem Hotel und Blockhaus in
Kakslauttanen. |
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Bei einem ersten Spaziergang treffen wir auch schon auf Rentiere,
von denen es hier viele gibt. Sie ziehen frei umher, gehören aber
tatsächlich zu Herden und werden als Nutztiere gehalten. Sie sind
äusserst scheu und auch ein bisschen doof... bis sie merken,
dass man es auf sie abgesehen hat, dauert es relativ
lange, und wenn sie es dann gemerkt haben, wissen sie nicht, ob sie
vor Schreck stehen bleiben oder vielleicht doch lieber die Flucht
ergreifen sollen... |
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Bei unserer Ankunft ist gerade Vollmond, was die lange und dunkle
Polarnacht doch ganz schön aufhellt und für märchenhafte Stimmung
zwischen den tiefverschneiten Bäumen sorgt. Das hier ist
unser täglicher Weg vom Blockhaus zum Hotel, wo wir
Frühstück und Abendessen bekommen... |
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Zudem sehen wir bereits am ersten Abend schon die ersten Polarlichter.
Sie zu fotografieren ist natürlich nur mit professioneller Ausrüstung möglich,
aber in natura sind sie wirklich wunderschön, und auch ziemlich häufig: wir können
an jedem klaren Abend mehrere davon sehen. |
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Die Temperaturen schwanken meist zwischen -15 und -20, ausgerechnet
an dem Tag, an dem wir eine 4-stündige Rentierschlittenfahrt
unternehmen wollen, fällt das Thermometer aber scheinbar grundlos
auf eiskalte -35! Interessanterweise haben wir den grossen
Themperatursprung erst bemerkt, als wir ein paar Minuten vor dem
Hotel auf die Rentier-Safari warten mussten. |
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Dafür hatten wir mit dem Wetter Glück, es war klar, die Sonne
kletterte teilweise knapp über den Horizont... |
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Wir genossen eine unvergessliche Fahrt durch die bizarr gefrorene
Landschaft in einer nicht enden wollenden Dämmerstimmung, die alle
Farben des Regenbogens an den Himmel zauberte... |
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... und froren uns dabei ziemlich einen ab... Die Eisknollen an den
Wimpern, die sich schon nach wenigen Minuten von der ausgeatmeten
feuchten Luft bilden, lässt man auch am besten schön in Ruhe, denn
sie kleben ungemein und hängen nach erfolglosem Entfernungsversuch
erst recht in die Augen. |
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Nach dem eisigen Ausflug erwartet uns dafür aber unser grosses,
rustikales, komfortables und vor allem gut geheiztes Blockhaus,
inmitten tiefem Schnee und märchenhaft verschneiten Bäumen
gelegen. Hier von hinten... |
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... hier von vorne... Gleich 20 Meter von hier finden wir auch
Anschluss an das 180km lange, teilweise bis Abend um 10 beleuchtete
Loipennetz. |
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Das Wetter hier in Lappland ist unerwartet launisch, auf einen
klaren Tag bei -35 kann Schneefall bei -15 folgen, darauf wieder ein
wundervoller, klarer Tag bei -20... Da muss denn auch mal der
Hausdiener anpacken und den Weg zum Blockhaus freischaufeln... |
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Nach harter Arbeit oder sportlicher Betätigung in der Kälte
verwöhnt das Dienstmädchen dann dafür mit heissem Tee und süssen
Speisen... |
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... lockt gemütliche Lektüre in der Polstergruppe... |
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... oder Meditation in der Essecke vor dem Kamin... |
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... mit anschliessender Lektüre im Bett des grosszügigen
Schlafzimmers... |
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... und eine warme Dusche im modernen Bad... |
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... mit obligatem anschliessendem Saunagang in der eigenen Sauna! |
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Leider fehlt ein Tauchbad, aber dafür gibt es hier ja genug Schnee
draussen und Temperaturen, die eine rasche und effektive Abkühlung
garantieren... |
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... die eisigen Temperaturen können aber auch zu Experimenten mit
den nassen Haaren inspirieren (Haben die Hairstylisten eigentlich
das "Ice-Styling" noch nicht entdeckt? Die Möglichkeiten
sind vielversprechend, die Anwendung einfach und zeitsparend...) |
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Ganz Hartgesottene können natürlich die Abkühlungspause zwischen
den Saunagängen auch für Expeditionen in die nähere Nachbarschaft
nutzen... |
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Einen weiteren wunderschönen Tag haben wir für unsere
Motorschlitten-Expedition erwischt. |
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Da wir die einzigen Teilnehmer waren, hatten wir sozusagen eine
Privatsafari und jeder konnte einen eigenen Schlitten fahren. Mit
einem Tempo von bis zu 40 km/h hügelauf- und hügelab und durch den
tiefverschneiten Zauberwald zu fahren, ist wirklich ein Erlebnis der
Superlative! |
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Der Sprung in den unberührten Tiefschnee macht Spass... |
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... und sogar in der Wildniss müssen wir nicht auf ein wärmendes
Feuer, heissen Kaffee und ein am Feuer getoastetes Sandwich
verzichten. Natürlich quetschen wir bei dieser Gelegenheit auch
unseren Führer aus und erfahren so viel Interessantes: z..B. dass
dieser hier 6 Jahre lang Wildniss-Ausbildner für die Armee war... |
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Hauptbeschäftigung neben den Safaris ist aber natürlich Skifahren
- nicht alpin, denn die "Berge" sind hier dünn gesäht
und kaum über 300m hoch - dafür gibt es ein riesiges, perfekt
präpariertes Loipennetz, wo wir fast täglich unsere Runden drehen
oder auch mal grössere Ausflüge unternehmen, und zwar bei fast
jedem Wetter... |
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... hier bei Sonnenschein - die Tage werden merklich länger und die
Sonne steigt etwas höher, meistens aber doch immer noch kaum ganz
über den Horizont... |
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Die Landschaft präsentiert sich von ihrer besten Seite... |
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... man würde am liebsten an jeder Ecke ein Foto machen... |
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Die Zeit geht schnell, und schon rückt unser letzter Tag heran.
Für diesen haben wir uns noch die letzte Safari aufgespart: die
Hundeschlittenfahrt. Wieder haben wir Glück mit dem Wetter, es ist
ziemlich klar und nicht mehr allzu kalt. Das Prinzip ist einfach:
Einer sitzt vorne im Schlitten, der andere steht hinten auf den
Kufen, zwischen welchen sich ein "Bremseisen" befindet,
mit dem man die Geschwindigkeit regulieren kann, indem man es mit
dem Fuss in den Schnee drückt. |
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Den Hunden macht das Rennen sichtlich Spass. Jedes Mal, wenn wir sie
bremsen oder stoppen müssen, weil unsere Vorfahrer nicht so schnell
sind, schauen die Hunde ganz vorwurfsvoll zu uns zurück und
beginnen herzzerreissend zu heulen... Die Landschaft ist wieder
beeindruckend schön! |
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Nach anderthalb Stunden wieder in der Basis angekommen, bedanken wir
uns bei unseren Hunden. Sie sind sehr menschenfreundlich und freuen
sich über jede Aufmerksamkeit... |
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Sie wollen uns kaum mehr gehen lassen... |
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Der letzte Tag ist zu Ende und es wird Zeit Abschied zu nehmen, da
wir am nächsten Morgen um 6 Uhr losfahren müssen. Der Hund des
Hauses wollte allerdings nicht viel von uns wissen, was er uns mit
einem leisen knurren zu verstehen gab - vermutlich wollte er
nicht nochmal von vorne anfangen mit dem Einschneien lassen... |
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Dafür war der Hauskater Mischa umso freundlicher. Auf dem Stapel
von Rentierfellen genoss er seinen Überblick und liess sich
problemlos streicheln, was bei weitem nicht immer der Fall war... |
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Das war sie also, unsere märchenhafte, romantische Hochzeitsreise.
Der Blick aus dem Flugzeugfenster auf das Eismeer zeigt, dass wir
langsam wieder in wärmere Gefielde kommen - die Spalten werden
immer breiter und die offenen Stellen immer grösser... und die
Nebelsuppe, welche uns bei unserer Landung in Zürich erwartet, kann
sich sicher jeder auch ohne Foto vorstellen... |
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